Wegbeschreibungen

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Bärentrail Wegbeschreibung KURZ
Bärentrail Wegbeschreibung MITTEL
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Folgendes noch vorweg:
Der Bärentrail (Großer und Kleiner) startet und endet beim BÄRENWALD Arbesbach. Du kannst mit dem Auto oder mit dem Bus zum Ausgangspunkt anreisen. Nimm dir Zeit: Für den Großen Bärentrail 4 Tage, für den Kleinen Bärentail 1 bis 2 Tage. Die angegebenen Stunden entsprechen der reinen Gehzeit. Wenn du gerne auf Steinen kraxelst, fotografierst oder einem Sonnenbad in der Wiese nicht abgeneigt bist, plane entsprechend mehr Zeit für deine Routen ein.
UND: Bitte halte dich an die Wanderwege, lass keinesfalls Müll im Wald zurück und mach keinen Lärm! In der Natur sind wir Gäste im „Wohnzimmer“ unserer wild lebenden Mitgeschöpfe.

Für die ganz Schnellen unter euch gleich zu den Karten:

KARTE Großer Bärentrail
KARTE Kleiner Bärentrail

Wegbeschreibung KURZ

Großer Bärentrail:
Gesamt 4 Tage, 69 km, 21 Std., Varianten möglich

Tag 1: BÄRENWALD – Waldhofmoor – über die Landesgrenze nach OÖ/Liebenau – Rubner Teich – Tannermoor – Rammelhof – Arbesbach (21 km, 6,5 Std.)

Tag 2: Arbesbach – Kamp – Hammerschmiede – „Sieben Sakramente“ – Höllfall – Hausmühle – Schlucht am Großen Kamp – Paradies – Kirchbach – Rappottenstein (16 km, 5 Std.)

Tag 3:
Variante 1 bis Pretrobruck: Rappottenstein – Waldbad – unterhalb der Burg Rappottenstein vorbei – Schütt – Wiesmühle – Lohnbachfall – Zeller Steg – Pretrobruck (12 km, 3,5 Std.)
Variante 2 bis Altmelon: Rappottenstein – Waldbad – unterhalb der Burg Rappottenstein vorbei – Schütt – Wiesmühle – Lohnbachfall – Zeller Steg – Renngasse – Perwolfs – Fahrthofer Höhlen – Luaga Lucka – Altmelon (20 km, 6 Std.)

Tag 4:
Variante 1 ab Pretrobruck: Pretrobruck – Roßberg – Renngasse – Perwolfs – Fahrthofer Höhlen – Luaga Lucka – Altmelon – Meloner Au – Auwächter – Purrath – BÄRENWALD (20 km, 6 Std.)
Variante 2 ab Altmelon: Altmelon – Meloner Au – Auwächter – Purrath – BÄRENWALD (10 km, 3 Std.)

Kleiner Bärentrail:
Gesamt 25 km, 8 Std.

BÄRENWALD – Glashüttenhäuser – Rosenegg – Galgen – Arbesbach – Arbesberg – Teufelsmauer – Altmelon – Meloner Au – Auwächter – Purrath – BÄRENWALD

KARTE Großer Bärentrail
KARTE Kleiner Bärentrail

Wegbeschreibung MITTEL

Großer Bärentrail:
Gesamt 4 Tage, 69 km, 21 Std., Varianten möglich

Tag 1:
Der Trail beginnt beim BÄRENWALD Arbesbach (Parkplatz, Bus). Er führt zunächst meist durch eine aussichtsreiche, offene Landschaft (Alpenblick) zum versteckten Waldhofmoor. Danach überquerst du die Landesgrenze zu OÖ, folgst der Wegschleife zum Rubner Teich (Kiosk, Badeteich) und zum Tannermoor in der Gemeinde Liebenau. Danach gehst du ein kurzes Stück am Hinweg, aber in die entgegengesetzte Richtung. Nahe der Landesgrenze wendest du dich wieder nach links und erreichst am Abend Arbesbach (21 km, 6,5 Std.).

Tag 2:
Ab Arbesbach führt dich der Bärentrail zum Kamp und zur historischen Hammerschmiede (Museum). Über die „Sieben Sakramente“ gelangst du zum wild-romantischen Höllfall. Nachdem du die Waldschlucht verlassen hast, wanderst du durch ein reizvolles, offenes Kulturland, vorbei an der Hausmühle, zur verborgenen Schlucht am Großen Kamp (Trittsicherheit erforderlich, Begehen auf eigene Gefahr, leichtere Alternativvariante möglich). Unterhalb der Heumühle erwartet dich das liebliche „Paradies“. Danach kannst du dich entscheiden: entweder links nach Kirchbach (Essen, Schlafen, Zelten) oder nach Rappottenstein (Essen, Schlafen) (16 km, 5 Std.).

Tag 3:
Wenn du von Kirchbach startest, musst du zunächst am Bärentrail nach Rappottenstein marschieren. Ab Rappottenstein steigst du hinab ins Tal des Kleinen Kamp, zum Waldbad. Weiter flussaufwärts findest du verwunschene, von Granitfelsen verschüttete Fluss-Abschnitte, die „Schütt“. Vielleicht willst du auch einen Abstecher zur gewaltigen Burg Rappottenstein einschieben? Oberhalb der Schütt wanderst du meist durch weite Senken und vorbei an der Wiesmühle zum Lohnbachfall, einem veritablen Wasserfall in einer recht dramatischen Felsschlucht. Beim Zeller Steg kannst du entweder rechts nach Pretrobruck (Variante 1: 12 km, 3,5 Std. ab Rappottenstein; Essen und Schlafen) gehen oder gleich links nach Altmelon weitermarschieren (Variante 2: 20 km, 6 Std. ab Rappottenstein). Am Weg dahin passierst du die Renngasse, Perwolfs und kannst die felsigen Naturwunder von Altmelon erleben: die Fahrthofer Höhlen und die Luaga Lucka. Kurz vor Altmelon bietet sich die Möglichkeit, Elfis Kräuterstube zu besuchen.

Tag 4:
Wenn du ab Pretrobruck startest (Variante 1: 20 km, 6 Std. reine Gehzeit bis zum BÄRENWALD) wanderst du über den Roßberg, die Renngasse, durch Perwolfs, die Fahrthofer Höhlen, die Luaga Lucka und Elfis Kräuterstube nach Altmelon. Ab Altmelon geht es durch die Meloner Au (international bedeutendes Moorschutzgebiet) und, vorbei am Auwächter, nach Purrath. Über einen aussichtsreichen Waldrandweg (Ötscherblick) erreichst du wieder den BÄRENWALD. Wenn du diese Etappe ab Altmelon beginnst (Variante 2: 10 km, 3 Std.) wanderst du zunächst durch die Meloner Au (Möglichkeit einer Moorführung mit Elfi Grünstäudl) und gelangst nach einer gemütlichen Wanderung über Purrath wieder zum Ausgangspunkt beim BÄRENWALD.

Kleiner Bärentrail:
Gesamt 25 km, 8 Std.

Auch der Kleine Bärentrail beginnt beim BÄRENWALD. Ab dem Parkplatz folgst du kurz der Bundesstraße und biegst dann links ab. Über die Glashüttenhäuser, Rosenegg, den Galgen geht es dann nach Arbesbach (Möglichkeit einer Besichtigung der Ruine Stockzahn). Der Trail führt dich zum Arbesberg (ein Abstecher zum felsigen „Gipfel“ lohnt sich) und über die Teufelsmauer zum Ortseingang von Altmelon. Der Kleine Bärentrail biegt dann links ab (es gibt aber die Möglichkeit einer Abkürzung durch den Ort Altmelon) und schließt auf zum Großen Bärentrail. Über Fahrthofer Höhlen, Luaga Lucka und Elfis Kräuterstube geht es entlang der Route des Großen Bärentrails nach Altmelon (Gastwirtschaften). Durch die Meloner Au, vorbei am Auwächter und über Purrath, kommst du wieder zum BÄRENWALD.

KARTE Großer Bärentrail
KARTE Kleiner Bärentrail

Wegbeschreibung DETAIL

Großer Bärentrail Tag 1:

Auf geht’s! Vom Bärenwald gehst du südwestlich bis zur Einsiedlerkapelle, dahinter durch ein kleines Waldstück, querst die Bundesstraße und steuerst die aussichtsreichen Wiesen von Rammelhof und das dahinter liegende, im Wald versteckte, Waldhofmoor an. „Wo wir sind, ist oben!“, lautet ein Werbeclaim des Waldviertels. Der Alpenblick von den weiten Alm-Höhen bei Rammelhof liefert den Beweis dafür: Bei klarem Wetter sind Ötscher, Großer Priel und viele andere Gipfel zu sehen. Bei einem Marienmarterl unter einem mächtigen Ahorn zweigst du nach rechts in Richtung Waldhofmoor ab. Wenige Meter vom Waldweg entfernt kannst du einen Torfstich besichtigen. Hier wurde noch bis zum Jahr 2000 Torf abgebaut. Weiter geht es durch Offenland, bis du den Grenzbach überquerst, ein „Ohrwaschl“ ausgehst und Oberösterreich betrittst. An der Straßenkreuzung begegnen sich Hin- und Rückweg. Nach rechts führt der Weg in Richtung Arbesbach. Doch dazu später. Du folgst zunächst dem Güterweg in nördliche Richtung, um das Thema Moor mit einer Tannermoor-Runde weiter zu bearbeiten. In der Nähe des Moores liegt der nordisch anmutende, dunkle Rubner Teich. Beim Kiosk kannst du dich stärken! Markant ist das durch Huminstoffe rotbraun gefärbte Wasser von Teich und Moorlacken (die Farbe erinnert an ein koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk!). Du kannst nun im Rubner Teich ein Bad nehmen. Tipp: Man nehme dazu die Körperform einer Flunder (wahlweise auch Rochen) ein und strecke sich flach, der Wasseroberfläche entlang, aus. Ab 20 cm Wassertiefe wird es nämlich so richtig kalt. Ängstliche Gemüter können im Rubner Teich ein Desensibilisierungs-Training einlegen. Die geringe Sichttiefe lässt nur vermuten, was sich am Grund alles herumtreibt. Bevor die Fantasie hier Schlangen und Seeungeheuer ins Spiel bringt, denke lieber daran, dass dieses Wasser zwar deutlich gefärbt, aber sehr sauber ist. Der hohe Eisengehalt und die umliegenden Torfschichten lassen hier ein saures Milieu mit niedrigem pH-Wert entstehen.
Im Tannermoor begleiten dich daher Säurezeiger wie z.B. Torfmoose, Seggen und Wollgräser. Niedrige Birken und Latschen zeugen von der geringen Nährstoffverfügbarkeit und veranschaulichen die geringe Produktivität (Kümmerwuchsformen). Käme ein Elch ums Eck (denn Elche ziehen immer wieder von Tschechien kommend auch bei Arbesbach vorbei) könntest du fast glauben in Schweden zu sein. Das Tannermoor ist eines der größten Latschen-Hochmoore im Land und eine besondere, fremdartig anmutende Landschaft. Bei einer Aussichtsplattform bekommst du statt eines Aus- eher einen Überblick. Das Plateau konkurriert mittlerweile mit den Baumwipfeln am Horizont. Die beste Aussicht hast du später bei den Lehrmüller Mauern. Hier hast du auch den höchsten Punkt des Bärentrails erreicht und blickst von stolzen 978 m auf Liebenau, das sich lieblich in den Hang einbettet. Auf der anderen Seite erkennst du auch schon Arbesbach, wobei der imposante Stockzahn des Waldviertels hier noch eher nach Milchzahnderl aussieht. Den Retourweg kennst du zum Teil schon und spätestens wenn du am Hasenhof vorbeimarschierst, darfst du mit Fug und Recht stolz auf dich sein! Denn: die längste Tagesetappe ist gleich geschafft!

 

Großer Bärentrail Tag 2:

Von Arbesbach ausgehend bleibst du zunächst auf der 119er Bundesstraße (in Richtung Groß Gerungs). Du lugst in Gärten hinein, passierst Einfamilienhäuser, Hecken und Hallen und siehst so etwas wie den „Speckgürtel“ einer 2000-Seelengemeinde. Am Beginn der Ortschaft Kamp befindet sich linkerhand der Schaugarten der Familie Huber (Imkerei, Gästehaus, verschiedene Imkereierzeugnisse). Du marschierst an einigen landwirtschaftlichen Betrieben vorbei und zweigst bei der Kreuzung am Ortsende nach rechts ab. Einen weiteren Bauernhof links liegengelassen – und die Hammerschmiede ist erreicht. Hier bietet sich die Möglichkeit ein Hammerwerk „in Action“ zu sehen. Von April bis Oktober kannst du an der dort installierten Glocke drücken und nach kurzer Zeit kommt dein persönlicher Show-Schmied. Die Wasserräder wurden vor kurzem aufwändig revitalisiert und das kleine, feine Museum ist allemal eine Besichtigung wert. Also rein in die Hammerschmiede! Wenn du bedenkst, dass du danach ganz in die Natur eintauchst, dann soll ein Kultur(handwerk)-Programmpunkt davor nicht fehlen.

Ab der Hammerschmiede ist der Kamp das dominierende Element deines Trails. Staune über die Steine, das Grün der Moospölster, das ockerfarbene Wasser, dies alles begleitet dich die nächsten Tage. Während der Kamp und du gemeinschaftlich „Meter macht“, kannst du beobachten, wie aus dem Bacherl schön langsam ein Flüsschen und später auch ein richtiger Fluss wird. Zu wissen, dass dieses dahinplätschernde Wasserl etliche Schmieden und Sägen entlang des Flusslaufes angetrieben hat, bist du ihm eigentlich fast schuldig, dem Kamp. Diesem besonderen Fluss. Du marschierst auf einem bequemen Weg über Wiesen und Felder und bekommst eine Ahnung davon, dass das Grünland hier dominiert. Sprich: andernorts werden Feldfrüchte geerntet, hier wird Gras gemäht. In milderen Klimaten ist der Acker das prägende Element der Agrarlandschaft, hier die Wiese. Und während in den Ackerbauregionen so ein Feld schon gerne auch ein paar Hektar groß ist, ist entlang des Bärentrails alles deutlich kleiner. Ein Wiesenstreiferl, ein Wäldchen, eine Leit‘n (= Hang), ein Wegerl, ein Erdäpfelacker, ein Bichl (= Steine mit Begleitflora rundherum), eine Steinböschung, usw., also sehr abwechslungsreich und kleinstrukturiert. Eine alte, gewachsene Kulturlandschaft. Früher wurde Heu erzeugt, indem die vielköpfigen Bauernfamilien tagelang über die Wiesen gewuselt sind. Die schweißtreibende Heuarbeit erfordert viel Einsatz, große Lagerräume („Stadln“) und lange, trockene Wetterperioden. Abgelöst wird das „Heinga“ daher heute mehr und mehr vom Silieren. Siloballen, Hochsilos, Fahrsilos – diesen Indizien der Grünlandwirtschaft wirst du häufig begegnen. Grünland = Rinder, Ackerbau = Schweinemast. Mit dieser vereinfachten Formel kannst du auch schlussfolgern, welchen Tieren du entlang deiner Tour begegnen wirst. Kurz verlässt du den Kamp, um dich, nach den „Sieben Sakramenten“, ihm wieder anzunähern.

Mit dem Höllfall erreichst du die erste Schlucht und bekommst eine Vorahnung auf den „Grand Canyon“, der dich später bei der Heumühle erwarten wird. Du erreichst das Zeller Marterl und begegnest an späterer Stelle (bei Pretrobruck) auch einem Zeller Steg. Daher soll es gleich vorweg verraten werden: Hier verlief eine alte Wallfahrtsroute nach Mariazell.

Nach dem Tosen des Höllbachfalles geht es nun beschaulicher weiter. Auf gut befestigten Wegen bleibst du etwas abseits des Flussverlaufes und siehst dem Kamp aus erhöhter Perspektive zu. Dieser zieht seine Mäander in der idyllischen Landschaft zwischen Arnreith und Hausbach. Bei der Hausmühle begegnest du Schafen, danach Seggen, Sauergräsern, Rotföhren, Birken, Binsen und vielen Wildkräutern und kommst somit an einer typischen Pflanzengesellschaft der kargen, steinigen und sauren Böden des Waldviertels vorbei. Nach der kleinen Ortschaft Feuranz überquerst du die Landesstraße und hast im anschließenden Föhrenwald die Wahl: nach rechts und somit bergab in die eindrucksvolle Große Schlucht am Kamp oder gerade aus am Weg zur Heumühle. Wie auch immer du dich entscheidest – jeder kommt ins Paradies! Zumindest am Bärentrail! Das Paradies ist ein besonders schöner Flussabschnitt, indem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Kurz auf einen Stein setzen und genießen bevor du weitermarschierst.

Wenn du beim Ferienhof Stanzl in Grünbach Quartier beziehst, könntest du gleich nach dem Paradies über die Kampbrücke dorthin abkürzen. Bleibst du jedoch dem Kamp treu, passierst du noch Staumauer und Kanal eines alten E-Werkes, von dem nur mehr ein Umspannwerk übrig ist. An der Landesstraße ist die nächste Entscheidung gefragt: links Kirchbach, rechts Rappottenstein. Für Kirchbach sprechen die Brettersäge (Freilichtmuseum), der Kirchbachstadl (an Wochenenden isst man hier gut), beim Barbarateich (= Beschneiungsteich für den Winterbetrieb) bietet sich die Möglichkeit zu zelten, Zimmer werden im Gasthof Kapeller angeboten. Hier triffst du mit dem Kaufhaus Priechenfried auch eines der ältesten Kaufhäuser Österreichs an. Entscheidest du dich für Rappottenstein, dann bleibst du für ein kurzes Stück an der Straße, bevor du vor der Brücke links, vorbei an „Kinesiologie Ottendorfer“, am Kamp entlangmarschierst. Diesen überquerst du bald über einen Steg, ziehst mutigen Schrittes bergauf und wirfst einen Blick auf die Leitbetriebe Rappottensteins (HolzHahn und Betonwerk Jungwirth).

Beflügelt von deiner Tagesleistung und in stolzer Siegerpose schreitest du an der schönen, alten Linde am Rappottensteiner Hauptplatz vorbei und eroberst gleich noch im Vorbeigehen die Burg! Oder vielleicht verschiebst du das doch noch auf morgen. Die Burg wurde auch früher nie erobert, also kommt es jetzt auf einen Tag auf oder ab auch nicht mehr an. Stattdessen kannst du getrost die gute Infrastruktur des Ortes nutzen (Gasthäuser, Fremdenzimmer, Nahversorger, Bäckerei, Fleischhauerei).

 

Großer Bärentrail Tag 3:

Rappottenstein wird sportlich verlassen, nämlich in östliche Richtung zum Fußballplatz. Ein steiler Abstieg bringt dich wieder zu deinem neuen Freund, dem Kamp. Genauer gesagt dem Kleinen Kamp. Du überquerst ihn über einen Steg, passierst das Waldbad, ein Firmengelände (Betonwerk), den sogenannten „Hammer“ und schon bist du in der Kleinen Schütt. Links abzweigend findest du einen Aufstieg zur Burg. Eine Dichte an Möglichkeiten also auf dieser Strecke und es stellt sich die Frage: So kurz nach dem Start schon wieder pausieren? Ein Sprung ins Bad, ein Hüpfer auf die Burg? Ja! Warum nicht! Schusters Rappen kommen später auch noch auf ihr Tagespensum.

Am Kamp wird der Weg von Granitformationen begleitet (z.B. „Mauer“). Es folgt die Schütt, eine Blockwildnis, in der der Kleine Kamp fast vollständig unter den von Felsstürzen stammenden Granitblöcken verschwindet. Alleine schon der Name „Schütt“ lässt erahnen, dass hier keine Uferbegradigungen, Verbauungen oder Aufstauungen zu erwarten sind. Hier ist alles wie es sein soll. Das ockerbraune Wasser plätschert in vielfältigen Fließgeschwindigkeiten, überrieselt Steine, schwemmt Totholz an, umspült Wurzelbärte. In Stillwasserbereichen sammeln sich Sand und feines Sediment, an rasch überströmten Steinen wird Luft eingewirbelt. Dies kann zu deutlichen Schaumkronen führen, die einen sofort an Umweltverschmutzung denken lassen. Doch in der Regel sind hier Eiweißstoffe (z.B. von Pollen) für diese Schaumbildungen verantwortlich und daher natürlich. Diese Stelle wird nicht nur von Fliegenfischern geschätzt, sondern auch Wasseramsel und Eisvogel sind hier regelmäßig anzutreffende Highlights.

Bevor du den Wald verlässt, verabschiedet dich ein mächtiger Steinblock. Hier überquerst du eine Mähwiese (wenn das Gras höher steht bitte gänsemarschartig) und gleich danach tut sich der Blick zur Wiesmühle auf. An dieser marschierst du vorbei, überquerst den Kleinen Kamp und verabschiedest dich an dieser Stelle auch von ihm. Während er nämlich weiter flussaufwärts etliche Male hin und her mäandert, bleibst du entlang befestigter Wege, biegst nach ca. 200 m links ab und lässt damit auch Pehendorf rechts liegen. Hier triffst du auf eine Skurrilität des Trails: der Skulpturenpark „Kunst zwingt Rost“ bei Pehendorf. Na sowas! Wer vermutet solch eine gigantische Schaustätte mit Witz und Ironie in diesem entlegenen Teil des Waldviertels?

Weiter in Richtung Lohnbachfall steuerst du nun den ersten richtigen Wasserfall an. Also bislang hat der Kamp ja Wasserfälle vorgegaukelt und ist dann doch eher so dahin geplätschert. Aber der Lohnbach macht keine halben Sachen und bietet alles, was ein Wasserfall braucht: stürzendes Wasser, durch stete Tropfen gehöhlte Steine, tosendes Rauschen, Spritzwasser auf den nackten Wadln, Steige, Leitern, Handläufe. Vorsicht! Es ist sehr rutschig auf diesem stets feuchten Teilstück. Oberhalb der Schlucht ist der Lohnbach ein „stilles Was(s)erl“ und hier ist auch das letzte wasserbetonte Teilstück des Trails. Daher: wann, wenn nicht jetzt? Zeit für einen Härtetest: Man suche sich einen geeigneten „Einstiegsstein“, wate von diesem barfuß ins Wasser und zähle bis 10. An einem heißen Sommertag schafft man vielleicht auch 11 oder 12. Erfrischt erreichst du den Zellersteg (Mariazell!, und Gemeindegrenze zu Arbesbach). Hier kannst du entweder nach Pretrobruck abbiegen oder den Steg queren und auf weichem Waldweg weiterwandern, bis du zu zwei eingezäunten Teichen kommst. Von dort führt ein Sandweg an einer typischen Waldviertler Waldgesellschaft vorbei. Links des Weges dominieren hochstämmige Rotföhren, dazwischen Birken, Tannen, Vogelbeeren und bodendeckend Heidelbeersträucher. Lass deinen Blick schweifen und du wirst Zeugen der dramatischen Eisbruchsituation vom Dezember 2014 erkennen. Vielen randständigen Fichten fehlt der Wipfel, etliche Birken und Pappeln weisen Astbrüche auf und machen daher einen „zerrupften“ Eindruck. Ja, richtig! Das Wasserthema ist abgearbeitet, ab jetzt Bäume, Wiesen, Felder.

Passend zum Baumthema führen die Bärentatzen-Schilder an zwei Sägewerken (Brunnmühle und Renngasse) vorbei, zum Fuchsenhof und weiter zum Güterweg. Beim Schalenstein treffen einander Großer und Kleiner Bärentrail. Der Galgenbergbach wird überquert, damit Fahrthofer Bründl, Fahrthofer Höhlen und Luaga Lucka erreicht werden, die für sich allein schon gewaltiges Kraxel- und Fotomotivpotential liefern. Bei diesen Steinblockformationen führe man sich das sperrige Wort Wollsackverwitterung vor Augen. Und siehe da, plötzlich meint man auch, man sähe sie da schon herumliegen: zu Stein gewordene, übereinandergestapelte Säcke.

Der Weg nach Altmelon führt an Elfis Kräuterstube vorbei. Selbstgemachte Mitbringsel kannst du hier erwerben und auch Wissenswertes über die „Wilden Wegbegleiter“ erfahren. Wenn du Lust auf „mehr Moor“ hast, kannst du bei Elfi, die zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin sowie Kräuterpädagogin ist, eine Moor-Erlebnis-Tour buchen. Diese führt über verschlungene Pfade vorbei am Altmeloner Heilmoor zu verborgenen Schätzen der Tier- und Pflanzenwelt. Diese typischen Moorelemente wirken wie ein winziges Zeitfenster, das Licht in die Vergangenheit wirft, als Elch, Wolf und Braunbär hier im Waldviertel noch heimisch waren. Mit ein wenig Glück nimmt Elfi dich auch wieder aus dem Moor mit raus. Für heute ist’s genug.

Der liebliche Ort, gut überschaubar – nicht nur weil er auf 903 m Seehöhe liegt – winkt schon mit seinem Kirchturm zum Niederlassen in einem der gemütlichen Wirtshäuser. Genieße die echten Waldviertler Schmankerl und lass dich ruhig auf Gespräche mit Einheimischen ein, sie sind Fremde gewöhnt. Und am nächsten Tag wirst du diese Gegend, die medizinisch gegen die Zivilisationsschäden des modernen Großstadtlebens empfohlen wird, weiter erkunden, „Reizklima“ hin oder her.

 

Großer Bärentrail Tag 4:

Bei einem gemütlichen Frühstück studierst du die Karte und schaltest sofort einen Gang zurück. Denn in Anbetracht der bisherigen Tagesetappen ist die heutige ein „Bärlitrail“. Hinsichtlich deiner bislang zurückgelegten Kilometerleistung kannst du wie folgt zusammenfassen:
Tag 1 = Kodiakbär, Tag 2 = Grizzlybär, Tag 3 = Kamtschatkabär. Und am Tag 4 bist du eher so in der Kategorie Pandabär unterwegs, gemütlich also. Es sei denn, du hast dir für den Vormittag eine Moorführung gebucht, dann wird daraus auch schnell ein Blaubärentag. Denn im Moor kannst du dich über Moosbeeren, Rauschbeeren (= Blaubär!), Preiselbeeren und Blaubeeren stürzen. Im Waldviertel heißen letztere natürlich Heidelbeeren oder eher auch „Schwoarzbehn“.

Du verlässt den Ort in südwestliche Richtung und steuerst die Meloner Au an. Dabei folgst du für ca. 1 km einem Güterweg. Bei einer Parkbucht triffst du auf Zusatzschilder, die dich, je nach Jahreszeit, gerade aus oder nach rechts in Richtung Moorwald lotsen. Zu gewissen Zeiten sollen Birkhühner hier durch ein zeitlich begrenztes Betretungsverbot geschützt werden und wir bitten dich, dem Folge zu leisten. Der große Granitblock namens Auwächter wird dich beobachten!

Den Wachtelhof und das Bauernmuseum passierend erreichst du einen kleinen Teich und überquerst den Weinbergbach. Über Wiesen und Felder führt dich der Weg zur Bundesstraße und auf dieser zweigst du nach links ab. Ja! Nach links, wenn man eigentlich nach rechts soll, das ist bitter, so kurz vor dem Ziel noch dazu! Aber: die schöne Aussicht westlich von Purrath, die an klaren Tagen bis in die Alpen reicht, lohnt den Mini-Umweg allemal. Nach dem Ödhof ist es auch nur mehr ein Katzensprung zurück zum Bärenwald.

 

Kleiner Bärentrail:

Vom Bärenwald aus nimmst du für ca. 300 m die Bundesstraße 124 in Richtung Arbesbach und biegst dann links zur „Glashütten“ ab. Du folgst für ein Stück dem Beeren/Bärenweg (Nr. 81), kommst am Staudenbauer und am Rosenegg vorbei und durchstreifst den beschaulichen Weg durch den „Forst“. Kurz vor Arbesbach kann einer der letzten in Niederösterreich erhaltenen Galgen besichtigt werden. Im Ort wendest du dich in Richtung Burgruine, dem „Stockzahn des Waldviertels“ und nimmst für ein Teilstück der Strecke den „Bienen-Themenweg“. Über die offene Landschaft des Scheibenfeldes erreichst du ein kleines, verlassenes Bauernhaus und umgehst den Arbesberg. Ein Abstecher auf diesen lohnt sich aufgrund der zahlreichen Granitfelsen, der Klauserhöhle und dem weiten Rundblick.

Die Bundesstraße 119 überquerend und durch die Reutlüsse erreichst du die Teufelsmauer, eine Steinformation die durch mehrere Höhlen beeindruckt. Hier liegt die Gemeindegrenze Arbesbach/Altmelon. Vorbei am originellen Hundemoorbadeteich erreichst du wieder die Bundesstraße. Auf diese biegst du links ein, folgst ihr für ca. 400 m und zweigst nach rechts auf den Güterweg in Richtung Perwolfs ab. Diesem folge aber nur ca. 200 m, um dich – rechts abbiegend – wieder unbefestigten Wegen zu widmen, in Richtung Schalenstein, durch die idyllische Landschaft über den Galgenbergbach, weiter zum Fahrthofer Bründl, den Fahrthofer Höhlen mit der Druidenkanzel und somit zu den nächsten –  ja! du hast es erraten! – wirklich beeindruckenden Steinformationen!

An der südlichsten Spitze des Kleinen Bärentrails kannst du am Bankerl bei der Waldkapelle auf 928 m Seehöhe den Blick über den Schmerlinghof in den Weinsbergerwald schweifen lassen. Wieder tief im Wald, über die Schmerlingmauer und die Gaubitzhöhen, erreichst du die Luaga Lucka (Steine, eh klar! Millionen Jahre alt! Beschrieben wird sie als Steinhöhle mit mehreren Räumen). Du nimmst den Güterweg und folgst diesem, am Felsenkeller vorbei, in Richtung Elfis Kräuterstube. Selbstgemachte Mitbringsel kannst du hier erwerben und auch Wissenswertes über die „Wilden Wegbegleiter“ erfahren. Wenn du Lust auf „mehr Moor“ hast, kannst du bei Elfi, die zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin sowie Kräuterpädagogin ist, eine Moor- Erlebnis-Tour buchen. Diese führt über verschlungene Pfade vorbei am Altmeloner Heilmoor zu verborgenen Schätzen der Tier- und Pflanzenwelt. Diese typischen Moorelemente wirken wie ein winziges Zeitfenster, das Licht in die Vergangenheit wirft, als Elch, Wolf und Braunbär hier im Waldviertel noch heimisch waren.

Der Weg bringt dich zum Ortszentrum von Altmelon (von den Einheimischen einfach „Mauhjo“ genannt). Hier kannst du gleich beim Feuerwehrhaus links in Richtung Meloner Au abbiegen bzw. du marschierst noch weiter in den Ortskern (Einkehrmöglichkeiten), verschaffst dir einen Überblick an der Panoramatafel und wendest dich über den Ahornberg in Richtung Meloner Au (Pardon! Mauhjoner Au!). Am Güterweg marschierst du bis zu einer Parkbucht. Hier triffst du auf Zusatzschilder, die dich, je nach Jahreszeit, gerade aus oder nach rechts in Richtung Moorwald lotsen. Zu gewissen Zeiten sollen Birkhühner hier durch ein zeitlich begrenztes Betretungsverbot geschützt werden und wir bitten dich, dem Folge zu leisten. Der große Granitblock namens Auwächter wird dich beobachten!

Den Wachtelhof und das Bauernmuseum passierend erreichst du einen kleinen Teich und überquerst den Weinbergbach. Über Wiesen und Felder führt dich der Weg zur Bundesstraße und auf dieser zweigst du nach links ab. Ja! Nach links, wenn man eigentlich nach rechts soll, das ist bitter, so kurz vor dem Ziel noch dazu! Aber: die schöne Aussicht westlich von Purrath, die an klaren Tagen bis in die Alpen reicht, lohnt den Mini-Umweg allemal. Nach dem Ödhof ist es auch nur mehr ein Katzensprung zurück zum Bärenwald.

KARTE Großer Bärentrail
KARTE Kleiner Bärentrail

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Großer Bärentrail:

69 km, 21 Std. reine Gehzeit, 4 Tage,
Varianten möglich

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Kleiner Bärentrail:

25 km, 8 Sd. reine Gehzeit, 1 – 2 Tage

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2  Familien-Teilstrecken:

  1. Kindertauglich:
    Pretrobruck – Froschstein – Zellersteg – Roßberg – Pretrobruck (Abstecher zum Lohnbachfall)
  2. Für bärenstarke Kletterer und Höhlenforscher:
    Rund um die Luaga Lucka und Fahrthofer Höhlen bei Altmelon